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07.10.2008
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AWO-Bau will Räume bieten, die sich von klinikähnlichen Standards deutlich abheben
Weststadt. Nach 14 monatiger Bauzeit ist es so weit: Das Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an der Magirusstraße 39 geht in Betrieb. In der kommenden Woche werden die ersten pflegebedürftigen Menschen einziehen, berichtete Reinhold Schimkowski, Geschäftsführer der Awo Württemberg während der Eröffnungsfeier am Dienstagabend.
Das Heim ist nach Erkenntnissen der Pflegewissenschaft mit einer modernen und altersgerechten Architektur gestaltet. Wellenförmig geschwungene Baukörper mit sich öffnenden Fluren, zwei parallel verlaufenden Lichtachsen und großzügigen Aufenthaltsräumen sollen ein Raumklima schaffen, das sich von bisher klinikähnlichen Baustandards wohltuend abhebe, sagte Schimkowski. Für Menschen, die wegen ihrer körperlichen oder altersbedingt psychischen Einschränkungen nicht länger in den eigenen vier Wänden versorgt werden können, stehen 84 Pflegeplätze überwiegend in Einzelzimmern, aber auch in 11 Doppelzimmern zur Verfügung. Für Menschen mit Demenzerkrankungen gibt es einen speziellen Wohnbereich, der mit seinem pflegerischen Konzept aufderen Bedürfnisse zugeschnitten ist, und einen geschützten Garten.
Konzeptionell, so hieß es weiter, orientiere sich die Awo an den Grundsätzen der vierten Pflegeheim-Generation. Darin werde der Individualität des Einzelnen viel Raum gelassen. Dem hohen Hilfe- und Betreuungsbedarf werde durch kleine, familienähnliche Wohngruppen Rechnung getragen. Jede Wohngruppe verfüge über die nötigen Gemeinschaftsräume: eine Küche, ein gemeinsames Wohnzimmer und einen Raum, in den man sich gegebenenfalls zu Privatgesprächen zurückziehen kann.
Die Bewohner werden aus einer hauseigenen Küche versorgt, die durchaus auch individuelle Wünsche berücksichtigen könne. Die Bauararbeiten für das Projekt starteten im April vergangenen Jahres. Das Haus kostete etwa 11 Millionen Euro, berichtete Marianne Beck, die Vorsitzende der Awo Baden-Württemberg. Davon trägt das Land Baden-Württemberg 2,4 Millionen. Die Stadt Ulm beteiligte sich mit 1,2 Millionen, und 500000 Euro bezuschusste die ARD Femsehlotterie "Ein Platz an der Sonne".
Betreut werden die Pflegebedürftigen von etwa 80 Frauen und Männern, erläuterte Schimkowski weiter, die sich 50 Vollzeitstellen tellen.
Oberbürgermeister Ivo Gönner erinnerte daran, dass das Zentrum in einem Stadtteil entstanden ist, in dem die Ulmer Awo ihren Ursprung hat: im ehemaligen Arbeiterviertel Weststadt. Christoph Neis, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Ulmer Heimstätte, die mit der Awo eine Gesellschaft öffentlichen Rechts gegründet hatte, um den Hausbau zu organisieren und abzuwickeln, erinnerte an die lange Vorarbeit.
Seit 2002 sei an dem gemeinsamen Projekt gearbeitet worden. Doch dann habe es bis 2007 gedauert, bis der Bewilligungsbescheid des Landes vorlag und die Arbeiten starten konnten.
Im Mittelpunkt des Projekts stehe der Mensch, sagte Architekt Frieder Nething, dessen Büro die Pläne entwickelte und den Bau leitete. Alte Menschen sollten sich wohlfühlen darin. Die ansprechende Farbgestaltung der Innenräume - 40 bis 45 unterschiedliche Farben wurden dazu verwendet sei von Prof, Markus Schlegel von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim entwickelt worden. Bewähre sie sich, werde sie auch in anderen Bauwerken eingesetzt werden. Das neue Heim, so berichtete Nething weiter, biete so viel Raum wie 26 stattliche Einfamilienhäuser. Schimkowski berichtete, dass das Zentrum sechs Wochen früher fertiggestellt worden ist als Ursprünglich vorgesehen.
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