Eine runde SacheNach 20 Monaten Bauzeit wurde am 12. Oktober 2009 das Radisson Blu Hamburg Airport eröffnet - das erste Hotel am fünftgrößten Flughafen Deutschlands. Rund 51 Millionen Euro hat die HGA Capital, eine Tochter der HSH Nordbank, in das Projekt investiert.
Das halbrunde Gebäude mit silbern glänzender Fassade aus Aluminium öffnet sich zum Airport Plaza und zu den Terminals 1 und 2 hin - beide sind von den Hotelgästen in wenigen Gehminuten über eine Passerelle zu erreichen. Über An- und Abflugszeiten informieren bereits in der Lobby des Vier-Sterne-Hotels entsprechende Info-Screens. "Im Gegensatz zur Hektik des Flughafenbetriebs soll allerdings der gesamte Eingangsbereich des Radisson Blu ein Pol der Ruhe für den gestressten Reisenden sein", erklärt Joi-Design-Geschäftsführer Peter Joehnk. Er zeichnet für die Innenarchitektur des Hauses verantwortlich und damit für die Kombination runder und elliptischer Formen, die sich durch das gesamte Gebäude ziehen - von der Rezeption über das Restaurant bis hin zum Bartresen. Ovale Eyecatcher finden sich auch in den Teppichen und an den Wänden. Bei den Materialien entschied sich der Designer für dunkel gebeizte Eiche, satiniertes Glas und dunkelbraunes Leder.
Die insgesamt 266 Zimmer und Suiten präsentieren sich in zwei unterschiedlichen Stilrichtungen: "Urban" zeichnet sich durch peppige Muster in Kombination mit dunklem Holz aus und schafft eine warme Atmosphäre. "Ocean" setzt auf Streifen in maritimen Tönen - hier wirkt das Ambiente dynamisch und lebensfroh. Alle Zimmer sind mit schallisolierten Fenstern, individuell regulierbarer Klimaanlage, LCD-Fernseher und MP3-Player-Anschlüssen ausgestattet. Darüber hinaus gibt es einen Internetzugang, einen Safe in Laptop-Größe, ein Bügelbrett und ein Bügeleisen. In der Kategorie Business Class stehen den Gästen zusätzlich eine Nespresso-Kaffeemaschine und kostenlose Spielfilmkanäle zur Verfügung. Auch das Frühstück vom Buffet ist hier im Zimmerpreis enthalten.
Dolce Vita pur verspricht das Restaurant- und Barkonzept "Filini". Große runde Leuchten in kräftigen Gelbtönen unterstreichen den mediterranen Charakter des Outlets, das harmonisch in den Eingangsbereich integriert wurde. Auf der Speisekarte stehen einfache italienische Gerichte. "Knusprige Pizzen frisch aus dem Ofen bekommen Sie hier schon ab 7,50 Euro", erklärt Hoteldirektor Holger Herrmann.
Das Hauptgeschäft will Herrmann allerdings nicht mit F&B-Leistungen generieren, sondern mit Tagungen und Veranstaltungen, schließlich beherbergt das Radisson Blu rund 1000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche. Im Erdgeschoss und Radisson Blu Hamburg Airport im ersten Stockwerk befinden sich 15 multifunktionale Veranstaltungsräume - alle mit Tageslicht und modernem technischem Equipment. Der größte misst 310 Quadratmeter und bietet Platz für bis zu 300 Personen. "Nur wenige Schritte von den Terminals entfernt können unsere Gäste zeitsparend und nervenschonend tagen", so der Hoteldirektor.
Zu Herrmanns Kernzielgruppe gehören aber auch Geschäftsreisende, die nach einem Termin in Hamburg am nächsten Tag weiterfliegen müssen. Zudem empfehle sich das Haus für die Besatzungen von Fluggesellschaften; mit zwei namhaften Unternehmen konnte er bereits Verträge abschließen. Attraktiv sei das Hotel überdies für Urlauber, die am Abend vorher entspannt einchecken und dann morgens in die Ferien fliegen können.
Zu den besonderen Serviceleistungen gehört deshalb das kostenfreie "Grab & Run"-Frühstück mit Kaffee, Tee, Obst und Müsliriegel für Frühflieger, das bereits ab 4:30 Uhr angeboten wird. Ein weiterer Pluspunkt: Bei Verfügbarkeit können Gäste bereits morgens ab 6:30 Uhr ihr Zimmer beziehen.
In der Woche rechnet Herrmann mit einer guten Auslastung, deutlich schwieriger gestaltet sich das Geschäft an den Wochenenden. Für diese Tage hat er Hamburg-Touristen im Fokus, die er für sein Flughafenhotel begeistern will: "Unsere Lage ist für Besucher, die mit dem Flugzeug kommen, perfekt. Die Fahrt in die Innenstadt dauert mit der S-Bahn weniger als eine halbe Stunde." Eben dort in der City steht das gerade aufwändig renovierte Schwesterhaus, mit 556 Zimmern das größte Hotel der Stadt. Gibt es also eine Konkurrenzsituation innerhalb der Kette? "Wir zielen hier am Flughafen mehr auf kleinere Veranstaltungen, das Radisson Blu in der Stadt hingegen setzt dank seines Anschlusses an das Congress Centrum Hamburg eher auf große Events", erklärt Herrmann. Neben Synergieeffekten räumt er aber auch einen Wettbewerb zwischen beiden Häusern ein.

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TopHotel: Eine runde Sache