Gestaltung mit TapetenImmer an der Wand lang?
Puristisch weiße Wände gehören der Vergangenheit an. Individuelle Tapeten bilden jetzt immer häufiger den Rahmen für kreative Inneneinrichtung. Man sieht sie nur noch selten: kalkweiße oder mit Rauhfaser tapzierte Wände, die den Purismus in den 90er-Jahren prägten. „Der Trend zur individuell gefertigten Tapete ist voll im Gang und es ist kein Ende abzusehen. Im Gegenteil. Alles strebt nach Individualisierung. Der Digitaldruck ist ein hervorragendes Mittel, kostengünstig einzigartige, unikate Situationen herzustellen.
Für jede Situation, für jede Bauaufgabe können wir mit entsprechenden Materialien reagieren.“
Susanne Mameghani-Löffelhardt ist Inhaberin von Varistyle, einem Unternehmen das sich auf die Herstellung individueller Tapeten für den Objekt- und Wohnbereich spezialisiert hat. Es gibt die Möglichkeit Leinwände oder Glas zu bedrucken, Betthäupter im „Swissôtel Bremen“ laden auch dank Varistyle zum Träumen ein. Es wurde ein 150 g/m2-Vlies eingesetzt, das einen Überzug mit Tapetenlack erhielt, um die Oberfläche widerstandsfähig gegen mechanische Beschädigungen zu machen. Jeweils speziell passend zur Innenarchitektur angefertigte Wandbekleidungen sind heute häufig Teil der Hotel-CI. Ob Verse, Muster oder Fotomotive:
Gäste wissen den Hauch des Besonderen zu schätzen. Für Aufsehen sorgen sicher auch die Wandbilder des Wiener Goldschmieds, Bildhauers und Mediengestalters Thomas Zeitlberger, die die Marburger Tapetenfabrik neu im Programm hat. In den bis zu 12,50 Meter großen Darstellungen tummeln sich Pflanten, Tiere,
Symbole und Gegenstände die mit dekorativen Elementen in einen ungewöhnlichen Kontext gestellt werden. Logik sucht man da vergebens, was wiederum zum langen Betrachten anregt.
Vielleicht eine willkommene Abwechslung in einer Hotellobby.
Im „All Seasons Hamburg“ sorgt Fototapete von Neos Art als Gestaltungselement mit Motiven im großen Format auch für Unterscheidbarkeit im hart umkämpften Hotelmarkt. Großformatigen Naturmotive verleihen in diesem Fall den Bädern einen frischen und warmen Look. Die Tapete selbst besteht aus einem 410μ starken, PVC beschichteten Papier, wurde mit VierfarbDigitaldruck versehen, ist durch eine Beschichtung kratzfest und erfüllt die Voraussetzungen der Brandschutzklasse B1. Tim Karußeit, Geschäftsführer der Neos Art GmbH: „Großformatige Wandgestaltung durch Fototapeten gewinnt zunehmend an Beliebtheit.
Die Digitaldrucktechnik ermöglicht es, in der Gestaltung die Identität und die Besonderheiten eines Hauses oder eines einzelnen Zimmers hervorzuheben. Bilder sind mehr als nur Gestaltungselemente – sie erlauben die unaufdringliche Kommunikation mit dem Gast. Sie helfen dabei, eine unverwechselbare Atmosphäre zu schaffen. Hierdurch bringen sie die Identität des Hotels dem Gast näher.“ Fototapeten können zum einen individuell gestaltet und Motive, Farben und Größen harmonisch auf die räumlichen Gegebenheiten angepasst werden. Zum anderen macht die Digitaldrucktechnik Fototapeten erschwinglich, sodass Hotels kurzfristig auf Kundenreaktionen und Veränderungen im Marktumfeld reagieren können. Der Wechsel der Motive ist mit einem kurzen Tapezieren bereits erledigt.
Beachtet werden muss allerdings, dass die gewählten Motive in einer Auflösung vorliegen, die einen Druck in der gewünschten Größe mit einer entsprechenden Qualität erlaubt.
Tapete am Boden
Vom Digitaldruck ist es nicht weit zu den digitalen grafischen Mustern der Tapeten von Curious Boy. Aus ihnen ließe sich ein Raum komplett mit ebenfalls aus Tapeten gestalteten Möbeln kreieren und auch als Bodenbelag wären die Muster von der Rolle möglich:
mit Rapoxy (Tapetenfabrik Rasch), einem Beschichtungsaufbau für tapezierte Fußböden im Innenbereich. Er zeichnet sich durch eine widerstandsfähige Oberflächenstruktur in glasklarer, hochglänzender und fugenfreier Optik aus. Als Untergrund sind alle Arten von Estrichen sogar Trockenestriche wie beispielsweise Holzböden, Gips-Fertigteilestriche, aber auch Stein-, Keramik- und Marmorböden geeignet. Nach dem Aufbringen einer Haftbrücke wird gespachtelt und weißer Tapetengrund aufgestrichen. Dann wird der Boden tapeziert, Grundierung und Beschichtung aufgebracht.
Die Vielfalt der Tapetenauswahl bedingt die enorme Auswahl an Fußbodendekoren. Durch die Verbindung der Raumachsen können architektonische Grenzen aufgelöst und Räume visuell neu erlebt werden. Gekonnte, mutige und stimmige Kombinationen, die das Hotelkonzept unterstreichen, werden von Innenarchitekten mit gutem Gefühl für Muster- und Farbkombinationen umgesetzt. Und Tapeten können noch mehr:
Neben toller Optik, Naturstein, metallisch-glänzenden Mustern oder Pflanzenfasern von der Rolle gibt es heizkostensparende (Erfurt-KlimaTec Thermovlies) oder elektrosmogabschirmende (Erfurt-EMV 80 Carbonvlies) Varianten. Und bald vielleicht sogar die lichtemittierende (Lomox) Tapete: OLED (organische Leuchtdioden)
machen‘s möglich.(ak)

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Hotel&Technik: Gestaltung mit Tapeten