ERINNERUNG AN VERGANGENE ZEITENDas Vier-Sterne-Hotel Courtyard by Marriott in Bremen lässt den einstigen Glanz der Reederei
wieder aufleben, sorgt aber auch für Unmut bei den örtlichen Hoteliers
Mehr als 500 Bilder und Fotos in den Zimmern und Fluren des Newcomers erinnern an die einstmals führende und weltbekannte Reederei. Eine meterhohe Abbildung der Freiheitsstatue in New York nimmt Bezug auf die Passagierschifffahrtsgeschichte des Norddeutschen Lloyds, dessen Wappen noch heute an der Fassade des fast 100 Jahre alten Backsteingebäudes zu finden ist. Wer sich für die Geschichte Bremens und der Auswanderung in die USA interessiert, kommt im neuen Courtyard by Marriott voll auf seine Kosten: Auf fünf Etagen wurden 155 moderne Zimmer und Suiten geschaffen, die sich sowohl über das historische Gebäude als auch über den angebauten Flügel verteilen. Zum Hotel gehören ferner das »Lloyd ́s Bar und Restaurant« mit 140 Plätzen, ein Fitness- und Businesscenter sowie der »Market«. Letzterer ist 24 Stunden am Tag geöffnet und führt Snacks, Sandwiches und Getränke. Ebenfalls im Neubau befindet sich der 380 Quadratmeter große Konferenzbereich; verbunden sind beide Gebäude durch einen gläsernen Boulevard. Die Herausforderung für Andreas Neudahm, der für die Raumkonzeption und die Innenarchitektur verantwortlich zeichnet, lag vor allem darin, die historische Bausubstanz mit modernem Interior Design in Einklang zu bringen und zusätzlich alle Standards eines internationalen Kettenhotels zu erfüllen. Rund 26 Millionen Euro investierte die Baum Hotelbetrieb Bremen als Franchise-Partner von Marriott in das Courtyard. Dass dieses Engagement Früchte trägt, liegt auch in den Händen von Direktor Alexander Evers und seinem 55-köpfigen Team. Sie werden vom heimischen Gastgewerbe durchaus kritisch beäugt, schließlich flammte anlässlich der Eröffnung des neuen Hotels die Diskussion darüber auf, ob es in Bremen nicht schon genügend Hotelkapazitäten gäbe. Während sich die Bremer Touristik-Zentrale (BTZ) noch weitere Hotels wünscht – wenngleich nicht unbedingt mit vier Sternen –, hält der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband das Ende der Fahnenstange für erreicht. Immerhin gingen innerhalb von zwölf Monaten vier Häuser mit 1000 Betten an den Start, sodass in Bremen nach BTZ-Berechnungen derzeit 8000 Betten vorhanden sind. Der Dehoga geht sogar von 9300 Betten aus und warnt vor einer Überbewertung des Städtetourismus.

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TopHotel: Erinnerung an vergangene Zeiten