Kunstkonzept zur Orientierung für demenzkranke MenschenDie Altenhilfeeinrichtung Haus Bethanien, Haus Buschey, Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Haus Magdalena sowie das Ev. Alten- und Pflegeheim Hagen-Haspe werden vereint durch die gemeinsame Trägerschaft durch die Evangelische Stiftung Volmarstein, andererseits durch das gemeinsame Leit- und Pflegebild. Hierzu gehört die Selbstverpflichtung zu individueller und ganzheitlicher Förderung, Heilung und Pflege und zur kontinuierlichen Qualitätssicherung und -steigerung.
Die unterschiedliche Ausrichtung der einzelnen Häuser ermöglicht es der Stiftung, ein breites Spektrum an individuellen Pflegeleistungen anzubieten. Dabei profitieren die einzelnen Einrichtungen von den Erfahrungen der anderen. So entstehen Synergien zum Nutzen der Bewohner. Ein Beispiel hierfür sind die Häuser Bethanien und Magdalena. Per Luftlinie gerade einmal 20 Meter voneinander entfernt, liegt einer der Schwerpunkte des Hauses Bethanien auf der Chorea Huntington-Versorgung und der Betreuung alt gewordener Suchterkrankter. Haus Magdalena hingegen ist ein reines Altersheim mit Kapazitäten für die Versorgung von an Demenz erkrankten Bewohnern. Dementsprechend werden auch in der Pflege individuelle Ansätze entsprechend der Bedürfnisse der Bewohner auf der Basis eines gemeinsamen Leitbildes realisiert.
"Wir ermitteln, planen und organisieren den notwendigen Pflegebedarf, orientiert an den individuellen Bedürfnissen. Dabei werden vorhandene Ressourcen wie zum Beispiel Selbstständigkeit, Selbstbestimmung oder Mobilität erhalten und ausgebaut und bei nachlassenden Kräften Unterstützung und angemessene Begleitung sichergestellt. Das ist einer der zentralen Aspekte des Pflegeansatzes in allen Häusern der Stiftung", erläutert Iris Keßel, Leiterin des Hauses Magdalena.
"Fokus unserer Arbeit ist, in diesem Sinne die Individualität der Bewohner zu stützen und dabei Rücksicht auf Ihre Schwächen zu nehmen, ohne darauf hinzuweisen, dass es Schwächen sind. Über die Stiftung Volmarstein betreuen wir unter anderem auch einen Anteil körperbehinderter älterer Menschen. Die Förderung und Unterstützung der Selbstständigkeit der Bewohner nach ihren individuellen Fähigkeiten ist hierbei ein wesentlicher Faktor, um die nötige Würde und damit auch Zufriedenheit zu schaffen."
Die Implementierung eines bebilderten Orientierungsleitsystems ist einer der Wege, die Selbständigkeit der Bewohner zu fördern. In den einzelnen Häusern wählten Bewohner und Mitarbeiter gemeinsam Wunschthemen für die einzelnen Wohnbereiche aus. Bereits in dieser Phase bot neos art wertvolle Hilfestellungen und Anregungen. "Der Kundenberater ist zeitnah ins Haus gekommen und hat viele Vorschläge mitgebracht, um einen ersten Überblick über die Möglichkeit zu geben. Das Konzept hat direkt überzeugt, da es im positiven Sinne unspektakulär war. Wenn man für so viele Menschen unterschiedlichsten Alters, unterschiedlichen Geschlechts und mit unterschiedlichen Biografien eine Vorauswahl treffen muss, die möglichst allen gefallen soll, ist ein klares und möglichst schnörkelloses Konzept wichtig. Gerade hierzu hat neos art wirklich gute Hilfestellungen angeboten. Gleichzeitig sind wir aber immer auch sehr frei in unserer Auswahl gewesen", so Iris Keßel.
"Jedes Haus hat seine eigenen Themenschwerpunkte festgelegt, die sich an den Bedürfnissen der einzelnen Häuser orientieren. Im Haus Magdalena haben wir beispielsweise viele Bewohner, die ursprünglich aus Wetter, Hagen oder Wuppertal kommen. Daher wäre es Unsinn, hier im Haus ein Kunstkonzept umzusetzen, das auf Volmarsteiner Architektur basiert. Für die vier Gänge im Haus haben wir uns daher auf einer Etage für Motive auf Basis der vier Jahreszeiten entschieden, während auf der oberen Etage verschiedene Blumenmotive zusätzlich Orientierung bieten.
Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen und Wünsche der Bewohner sind so in den verschiedenen Häusern entsprechend unterschiedliche Motivwünsche gesammelt und schließlich umgesetzt worden."
Auf der Basis der verschiedenen Motivwünsche wurden von neos art individuelle Kunstkonzepte erstellt. Aus diesen wurden in den Einrichtungen diejenigen ausgesucht, welche am besten gefielen, und anschließend die Motive von der grafischen Abteilung von neos art an die Farbkonzepte einzelner Bereiche angepasst. Schließlich folgte die Produktion und Montage der Bilder. "Die Leinwanddrucke sprechen auch deswegen so gut an, weil sie nicht hinter Glas sind und eine angenehme Größe haben. Außerdem bieten die bedruckten Seiten bereits eine gute Orientierungshilfe. Man muss nicht direkt vor dem Bild stehen, um zu sehen, was drauf zu finden ist. Man sieht bereits, wenn man den Gang entlang geht, welche Grundfarbe das Bild repräsentiert. Das ist für die Bewohner wichtig, denn die Flure selbst sehen ja immer relativ ähnlich aus - egal in welchem Heim man ist. Die klare Farbigkeit bietet dabei auch unabhängig vom jeweiligen Motiv Orientierung, ohne den Bewohner zu bevormunden", erläutert Iris Keßel. "Die einfachen Fotomotive und die klare Farbgebung bilden hierbei einen roten Faden, der sich durch alle Häuser der Stiftung zieht. Man erkennt einfach auf den ersten Blick den unverwechselbaren Stil der Bilder, egal welche Motive sie zeigen. Identität schaffen, es ist stets sehr ähnlich gehalten, und das ist auch gut so. Das zeigen uns auch die durchweg positiven Rückmeldungen, die wir von den Bewohnern und ihren Angehörigen erhalten. Besonders nahe gegangen ist mir die Reaktion eines unserer Bewohner. Der 98-jährige ist in der Regel völlig in sich gekehrt. Er sah den beiden jungen Männern zu, während sie die Bilder anbrachten. Als das erste Bild, ein Herbstbild, an der Wand hing, sagte er: "Schön" und erkannte das Motiv. Es ist faszinierend, was für einfache Mittel manchmal ausreichen, um ein Stück Identität zu schaffen. Damit dies so bleibt, ist es aber auch wichtig, zu erkennen, dass solch ein Projekt nie wirklich abgeschlossen ist. Man muss flexibel bleiben, um sich den Biografien der Bewohner, aber auch den sich verändernden Anforderungen innerhalb einer Pflegeeinrichtung anpassen zu können. Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass ein einheitliches Bild erhalten bleibt und nur da verändert wird, wo dies wirklich nötig ist, andere vorhandene Ressourcen aber geschont werden. Mit dem derzeitigen Konzept haben wir einen guten Weg für die Zukunft gefunden, der es uns erlaubt, Motive anzupassen, ohne dass eines der Häuser irgendwie sein Flair verliert."
Hendrik Fey

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Volmarsteiner Gruß: Kunstkonzept zur Orientierung für demenzkranke Menschen